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Titelbild Dokomi 2022

Dokomi Düsseldorf 2022 – Das war die Con!

Pro Tag waren ca. 32.000 Besucher auf der Dokomi 2022. Eine beachtliche Menge, wenn man bedenkt, dass wir uns immer noch mitten in einer Pandemie befinden. Für den Einlass war ein 3G Nachweis notwendig und es wurde eine geringer Auslastung mit nur 80% der üblichen Besuchern angekündigt.
Doch lohnt sich die Con für Besucher und Cosplayer? Was wurde diese Jahr alles geboten und wie lief die Convention insgesamt ab?

Übersicht Themen

Hier findest du einige Eindrücke von der Dokomi!

Da wir Pressetickets von der Dokomi erhalten haben, haben wir nicht nur den Blogbeitrag verfasst, sondern auch gleich noch unser erstes Conventionvideo gedreht. Damit kannst du dir selbst einen guten Eindruck von der Dokomi machen.

1. Die Anreise

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Subway

Die Fahrt von Ulm nach Düsseldorf war im Auto bequemer als mit den Öffentlichen. Allerdings brauchten wir mit einigen Staus und einer Mittagspause trotzdem fast 7 Stunden für die Hinfahrt.
Es gibt mehrere Parkplätze für die Messe, jedoch haben wir aus der Erfahrung 2020 gelernt, dass nahegelegenen Parkplätze schnell belegt sind und so haben wir uns entschieden, von unserer Ferienwohnung mit der U-Bahn zur Convention zu fahren. Mit dem aktuell gültigen 9€ Ticket, welches wir so oder so gekauft hätten, hat sich das preislich auch gelohnt.

Die Bahnen waren leider dank Pfingstwochenende sehr voll. Ein Großteil der Fahrgäste waren natürlich Con-Besucher wie wir. Überfüllte Bahnen sind zwar unangenehm und stressig aber wohl dennoch besser als die Anreise mit dem Auto.

Ich habe von mehrere Leuten gehört, dass die Parksituation dieses Jahr wohl besonders schlimm war. Vor den großen Messeparkplätzen (P1, P2, etc.) ging es nur langsam voran und es bildete sich teilweise langer Rückstau. Wenn man dann endlich einen Parkplatz hatte, wartete man teilweise sehr lange auf einen Shuttlebus. Wann und wo genau die fahren war wohl auch nicht gut beschildert. Wenn man früh genug da war oder erst später gekommen ist, waren die Probleme vermutlich nicht so groß. Trotzdem werden wir vermutlich auch in den kommenden Jahren lieber auf die U-Bahn ausweichen.

2. Der Einlass und Organisation

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Besuchermassen Dokomi 2022

2020 hatten wir normale Besuchertickets und standen über 2 Stunden an, bevor wir überhaupt mal in der Eingangshalle ankamen. Für die Besucher 2022 scheint sich hier auch nichts weiter geändert zu haben – für die ganzen 32.000 Besucher pro Tag gab es gerade mal 7-8 Kontrollpunkte für den Einlass. Dementsprechend konnte man sich auf lange Wartezeiten gefasst machen. Für die Cosplayer dann auch noch gleich doppelt: am Waffencheck gab es gerade mal 3 Mitarbeiter, die die Waffen kontrollierten und Bändchen verteilten.

2.1 Das ständige Problem mit dem Einlass...

Bei so vielen Besuchern, ist wohl jedem klar dass das Handling von solchen Menschenmassen alles andere als einfach ist. Jedoch kann man sagen: Wer 32.000 Tickets verkauft, kann auch davon ausgehen, dass 32.000 Leute zur Messe kommen. Da kann man schon erwarten, dass genug Helfer vor Ort sind, die an den Eingängen o. Ä. aushelfen können, um ein Chaos zu verhindern.
Leider war das nicht der Fall.
Per Social Media wurde für den Sonntag ein verfrühter Einlass um 8 Uhr angekündigt. Die Realität sah leider so aus, dass diejenigen, die bereits um 8 Uhr vor Ort waren, nur in den Vorhof der Messe gelassen wurden und dort 2 Stunden stehen durften, bevor die Hallen um 10 Uhr endlich tatsächlich geöffnet wurden.

2.2 Wo bin ich und wenn ja, wie viele?

Für Leute, die sich mit der Orientierung schwer tun, oder gar noch nie auf der Messe in Düsseldorf waren, war das Messegelände sehr unübersichtlich. Klar konnte man sich ein Programmheft holen und dort in der Karte nachsehen, wo man sich befand und wohin man gehen musste. Eine gut Sichtbare Karte an jedem der Eingänge oder ein anderer Plan hätten vielen neuen Besuchern einiges an Stress erspart und die Orientierung deutlich vereinfacht. Meistens hat man nur kurz erkannt, wo man sich befand, wenn man an die Decke der Hallen sah und die Nummer der Halle gelesen hat.

2.3 Menschenmassen und Corona

Im Vorfeld wurde zuerst eine Auslastung mit 60% angekündigt (Mitte März). Im Mai gab es dann die Erhöhung auf 80% Auslastung. Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass es nur eine 80% Auslastung gab… die Hallen waren rappelvoll. Man musste sich durch einige Gänge regelrecht durch quetschen.

Abstände konnten nicht eingehalten werden, noch gab es genügend Ausweichmöglichkeiten. Als es am Sonntag auch noch zu regnen begann, kamen alle Besucher, die sich sonst auch auf das Außengelände verteilt hätten, in die Hallen. Gerade für Leute mit Berührungsängsten, Platzängsten und Sozialphobien der pure Horror!
Von den 80% Auslastung hatten wir leider nichts bemerkt. Wirklich schade, denn gerade in 2020 mit 50% Auslastung war die Dokomi sehr angenehm!

3. Das Programm

4/5
League of Legends Cosplay Wettbewerb Dokomi 2022 - Soraka
League of Legends Cosplay Wettbewerb Dokomi 2022 - Soraka

Der Aufbau der Con hat sich nicht grundlegend geändert im Vergleich zu den Cons in den vorherigen Jahren.
Es gab verschiedene Stages, Bereiche für Künstler:Innen und wiederum Bereiche für gewerbliche Aussteller:Innen. Außerdem eine Gaming-Area bei der man Nintendo-Games an der Switch spielen oder ein gutes Sortiment an Retro Spielen austesten konnte. Auch eine kleine Hüpfburg und eine Sitzecke wurde eingerichtet!
Und auch für die Pen and Paper Liebhaber:Innen, gab es Ecken, an denen man ein kleines Abenteuer erleben konnte und sich über Zubehör austauschen konnte.

Auch die Veranstaltungen auf der Con waren vielfältig. Für Cosplayer gab es einige Panels, die man besuchen konnte, Cosplay Contests, Konzerte von verschiedenen Sänger:Innen und auch einige Kurse für japanische Schrift und Sprache. Auch für Zeichner:Innen war viel geboten, so fanden auch Panels zur Erstellung des ersten eigenen Animes oder zur Dynamik von Figuren statt.

Black Stage Dokomi
Black Stage Dokomi

Leider kann man als Besucher jedoch nicht 100% sicher sein, dass man die Programmpunkte besuchen kann. Zum Beispiel die Genshin Impact Cosplay & Gatcha Show, sowie der League of Legends Cosplay Wettbewerb waren auf der Live Stage im CCD. Dort gab es für die Besucher leider nicht genügend Plätze und man musste draußen bleiben. Für mich trifft das auf Unverständnis, da man mittlerweile wissen sollte, dass solche Programmpunkte von vielen Besuchern ein Highlight sind.
Warum finden diese also nicht auf der Black Stage mit 4.000 Sitzplätzen statt?

3.1 Moderation: 4 Minus, setzen bitte.

Bereits in 2020 war ich überhaupt nicht begeistert von der Moderation und leider war auch dieses Jahr die Moderation der Black Stage von Seiten der Dokomi sehr… anstrengend. Man hatte sehr oft den Eindruck, dass die Moderatoren einfach irgendwie versuchten Zeit zu überbrücken und daher irgendwelche Themen an schnitten, welche nicht viel mit dem aktuellen Programmpunkt zu tun hatten. Mit einer richtigen Moderation hat das aber meines Erachtens nichts zu tun. Gerade bei der Charakterversteigerung oder dem Cosplay Contest war das nach einem bestimmten Zeitpunkt einfach anstrengend. Auch das Publikum ließ sich schwer von den Moderatoren begeistern. Gerade wenn eine Lücke zwischen den Teilnehmern war, wurde es im Publikum sehr laut, da sich keiner wirklich für das interessiert, was die Moderatoren zu sagen hatten.

Mach mal was cooles!“  einem der (vermutlich nervösen) Teilnehmern der Charakterversteigerung an den Kopf zu werfen, um eventuell noch ein Gebot zu bekommen – da denken wir, dass jedem klar ist, dass dabei nichts richtiges zustande kommt.

Vielleicht wäre es an der Zeit einen besonderen Gast auf die Con einzuladen, der schon Erfahrung mit dem Moderieren hat. Hier wollen wir mal ein best Practice Beispiel geben: Aria Addams ist selbst keine Cosplayerin, hat jedoch einen absolut super Job bei der Moderation des Cosplay Contest auf der Stuttgarter Comic Con hingelegt. Sie hatte zu jedem Teilnehmer ein paar positive Worte übrig und immer einen lockeren Spruch auf den Lippen.
Auch der League of Legends Cosplay Contest, welcher mit einer meiner Highlights der Con war ist gut moderiert. Es läuft zwar nicht alles glatt, aber es wurden bei der Anmeldung einfach jedem Teilnehmer drei Fragen gestellt, welche zur Überbrückung der Zeit zwischen den Teilnehmern vorgelesen werden können. Simpel und effektiv.

Alles in allem kann man abschließend sagen: das Programm war sehr gut gefüllt und vielfältig, sodass für jeden etwas dabei war. Allerdings ist bei Moderation und Organisation noch etwas Luft nach oben.

4. Die Künstler

5/5
Dokomi Künsterstände
Dokomi Künsterstände

Wie jedes Mal, lasse ich es mir nicht nehmen, ausführlich durch die Stände der Künstler zu gehen und das am besten auch mehrmals – man könnte ja etwas verpasst haben! Es waren dieses Jahr auch unglaublich viele Künstler angereist und sogar aus dem Ausland kamen einige zur Dokomi.
Einige schöne neuer Artworks habe ich auch dieses Jahr erstanden, wobei die Qual der Wahl super schwer war!
Die Künstler sind auf jeden Fall immer eines der Highlights der Dokomi, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

5. Cosplayer auf der Dokomi

4/5
Mit maikehuster3 ♡
Mit maikehuster3 ♡
Mit Elridith ♡
Mit Elridith ♡
Mit Namiki Cosplay ♡
Mit Namiki Cosplay ♡
Mit Shirogane-Sama ♡
Mit Shirogane-Sama ♡

Eine Convention ohne Cosplayer? Das wird es wohl – zum Glück – niemals geben! Sie gehören einfach dazu.
Da die Dokomi die größte „Anime- und Japan-Expo“ Deutschlands ist, finden natürlich nicht nur viele Besucher sondern auch viele Cosplayer ihren Weg auf die Con. Mit dem großen Park vor der Messe hat man auch zusätzlich zur Messe noch viele schöne Fotomöglichkeiten und kann auch ohne Ticket hier auf viele coole Cosplayer treffen.

Die Dokomi bietet seit mehreren Jahren auch Cosplaytables an, auf die man sich als Cosplayer bewerben kann um 2 Stunden dort Freunde, Fans und Gleichgesinnte zu treffen. Coole Idee die in Zukunft noch gerne weiter ausgebaut werden kann! Leider fand ich die Tables nicht sonderlich gut platziert. Neben dem Sitzbereich im letzten Eck der Künstlerhalle… ich musste schon zweimal ins Programmheft schauen um das zu finden.
Auch den Stand von der GZM habe ich erst am Sonntag per Zufall gefunden. Nebenan gab es eigentlich eine kleine Fotolocation… aber leider habe ich mich in das Eck der Convention (hinter der Leinwand des Super Smash Bros. Contests) erst am Sonntag Abend verirrt.

Durch das Anstehen am Einlass, den vollen Hallen und das schlechte Durchkommen bei den Gängen ist das tragen eines Cosplays auf der Dokomi eine echte Mammutaufgabe. Ich hoffe dass in den nächsten Jahren mehr Annehmlichkeiten für Cosplayer zur Verfügung stehen und dass man zeigt wie wichtig einem die Cosplayer auf der Convention sind.

Das Motto nächstes Jahr könnte ja: COSPLAY! lauten.

6. Das Motto: Food Passion - Essen und Trinken

2/5

Für mich klingt das Motto Food Passion nach leckerem Essen im Überfluss.
Ramen, Sushi, Crepe, Macha-Tee, Dangos … typische Gerichte die man eben mit Japan verbindet. Aber auch komische bunte Getränke, durchsichtige Cola, Grüner Tee, einen Getränkeautomat wie man ihn aus Japan kennt. Aber auf der Dokomi habe ich davon nicht viel gemerkt.

Im Außenbereich gab es mehrere Food-Stände. Im Geländeplan des Programmhefts wurde dieser Bereich als der „Food Corner“ beschrieben. Jedoch hat das Programmheft da mehr versprochen als es letztendlich wirklich gab. Es waren 6 oder 7 Foodtrucks. Neben Ramen von Takumi, welche in Düsseldorf mehrere Restaurants betreiben und wirklich lecker sind, gab es Pizza und Pommes. Nicht gerade was ich mir vorgestellt hatte.
Leider kam ich jedoch nicht dazu ein Ramen zu essen, denn vor allen Ständen gab es unglaublich lange Schlangen. Zu den Stoßzeiten konnte man dort sicher lange auf sein Essen warten. Einige Händler waren wohl auch schon Nachmittags ausverkauft, da es einen großen Andrang auf die Essensstände gab. Das lag wohl daran, dass es insgesamt einfach zu wenige gab…
Aber ich konnte mir dann im Matinee ja noch ein Onigiri als „Mittagessen“ kaufen für Lasche 3,80€.

Zu wenig Essen ist das eine, aber zu wenig Trinken das andere. Ich hab leider kein Verständnis, dass es einfach zu wenig Möglichkeiten gibt an Getränke zu kommen. Sonntags wurden zwar zusätzliche Verkaufsstellen eingerichtet, aber am Samstag wären diese Wetter bedingt (25°C+ und Sonnig) nötiger gewesen.

Ich hoffe, dass es in den nächsten Jahren zum Beispiel Wasserspender in den Sitzbereichen oder an Ein-/Ausgängen gibt.
Oder wie wäre es mit originalen Getränkeautomaten aus Japan? Das hätte doch was!

PS: Es gibt wohl auch ein Restaurant im Innenbereich welches ich per Zufall gefunden habe. Aber warum ist so etwas nicht im Hallenplan, bzw. im Programmheft verzeichnet?

7. Fazit

3/5

Die Dokomi hat Höhen und Tiefen geboten.
Die einen Besucher hatten eine tolle Dokomi und eine gute Zeit und die anderen überlegen sich ob sie der Dokomi überhaupt noch mal eine weitere Chance geben sie zu überzeugen.

Eins ist sicher: die Dokomi wächst jedes Jahr und es gibt immer neue Besucherrekorde.
Hoffentlich wird es nächstes Jahr MINDESTENS eine weitere Halle geben, damit man auf der Messe auch mal Luft zum Atmen hat. Der Einlass und die Parksituation sollten wirklich komplett neu organisiert werden.
Die Übersichtlichkeit in den Hallen sollte verbessert werden und an Essen und Getränken sollte es nicht mangeln.

Es gibt auch viele positive Punkte: Das gebotene Programm ist fantastisch und man kann sich den ganzen Tag beschäftigen kann.
Die Auswahl und Variation an Künstlern und Händlern ist wirklich groß und definitiv jeder wird hier etwas nach seinem Geschmack finden.

Potential ist also wirklich massig vorhanden, dass die Dokomi – DIE ANIME MESSE – wird. Die Veranstalter müssten sich nur endlich einen Ruck geben und auch das Feedback und Externe hinzuziehen, denn einige Dinge lassen sich auf alle Fälle recht einfach beheben.

Wer bisher noch nicht auf der Dokomi war und sich überlegt dort einmal hin zu gehen, dem sei an dieser Stelle empfohlen seine eigene Erfahrungen zu machen.
Mit Freunden, Bekannten und Familie kann man einen tollen Tag auf der Convention haben, jedoch kann man im Voraus nicht sagen ob auch alles glatt läuft.

EvelynCosplay

Cosplayerin aus dem schönen Süddeutschland. Betreibt Cosplay seit 2015 und den Cosplay Blog seit 2019.

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Elridith

    Toller und ehrlicher Bericht der das Ganze schön zusammen fasst! Wir können nur auf Besserung im nächsten Jahr hoffen (wobei man mittlerweile von vielen hört „das war schon immer so und hat sich bis heute nicht geändert“.) Schade eigentlich da die Con ja so viel Potential hätte.

    1. Danke dir!
      Ja das hört man leider wirklich sehr häufig… Vielleicht kommt dennoch etwas an Veränderung in die Con!

  2. Iamnooneshero

    Cooler Beitrag, der es wirklich auf den Punkt bringt. Meine Freundegruppe und ich sagen auch schon seit Jahren, dass vielleicht 3 Con-Tage besser wären. Unser absolutes Highlight ist die Künstler:innenhalle, aber die ist in den 2 Tagen mit Verschnaufpausen und doch mal einer Runde im Park fast nicht mehr zu schaffen. Und meistens können wir uns dann nicht mehr viel vom Rest des Programms geben. Was wirklich schade ist. Bezüglich Essen haben wir dieses Mal wieder gemerkt, dass wir einfach immer etwas mitnehmen müssen. V. a. wenn noch Unverträglichkeiten oder besonderes Essverhalten (Vegetarisch, Vegan etc.) vorliegen.

    1. Das stimmt! Am Samstag haben wir über 22.000 Schritte gesammelt – Bei euch dürfte es ähnlich gewesen sein? Und das mit der Verpflegung kennen wir auch nur zu gut!

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