Dokomi 2026

Dokomi 2026 – Die Größte Anime Convention Europas – aber anders dieses Mal?

Die Dokomi 2026 fand vom 29.05.2026 bis zum 31.05.2026 in der Messe Düsseldorf statt.

Cirka 230.000 Besucher wurden von der Veranstaltung gemeldet und damit wieder ein neuer Besucherrekord.

Dieses Jahr möchte ich den Blogbeitrag jedoch etwas anders gestalten als die letzten Jahre.
Wenn du also über den Einlass, die Hallen und das Programm etwas lesen möchtest, dann kannst du das in den Blogbeiträge über die Dokomi der letzten Jahre tun.

Ich fasse euch kurz die wichtigsten Änderungen zusammen und dann beschäftigen wir uns mit dem Thema wohin sich die Dokomi entwickelt und ob das ganze für die Cosplay-Bubble gut oder schlecht ist.

Übersicht

Änderungen zu den Vorjahren

Eine der größten kleinen Änderungen war die Ausgabe von 18+ Bändchen. Diese wurde nun in einer separaten Halle durchgeführt. Freitags gab es noch an den einzelnen Infoständen die Altersbändchen. Weil es dort aber zu größeren Schlangen und Wartezeiten kam wurde ab Samstag die Ausgabe der Bändchen in eine eigenen Halle verlegt.
Wenn ihr durch den Nordeingang gekommen seid, dann konntet ihr direkt zu der Halle laufen und das Bändchen mitnehmen. Die Wartezeiten sind natürlich unterschiedlich, aber ich glaube die Veränderung führt dazu, dass Alle ihr Bändchen schneller bekommen als davor.

Was sich nicht geändert hat aber sich doch jedes Jahr ändert ist die Security. Ich hatte letztes Jahr das Gefühl, dass die Security etwas besser geworden ist (wenig Herumbrüllen und mehr Informationen geben). Der Eindruck ist aber immer sehr schwankend. Dieses Jahr bin ich wieder auf etwas ungeschulteres Personal getroffen, aber der Umgang war zumindest immer freundlich.

Der 18+ Bereich ist wieder etwas gewachsen und ich hatte das Gefühl dass dort dieses Jahr noch mehr Cosplayer zu sehen waren. Ob man das gut oder schlecht findet ist jedem selbst überlassen.

Essensstände auf der Dokomi 2026
Essensstände auf der Dokomi 2026

Beim Programm hat sich nicht viel getan. Es gibt weiterhin viel Abwechslung und auch musikalische Highlights. Ich war wieder zufrieden, auch wenn dieses Jahr etwas weniger für mich selbst dabei war.

Die Anordnung der Meet&Greet Tische (Cosplay, Synchronsprechen, Influencer) hat sich auf jeden Fall verbessert und ich bin ganz froh, dass man nun nicht mehr so häufig an Warteschlangen Mitten in der Halle vorbei oder durchlaufen muss.

Aufgefallen ist mir noch, dass es keine Gaming-Stände mehr gab wie letztes Jahr, wo wirklich Publisher mit einem Game da waren. Natürlich gab es immer noch Stände wo ihr Games anzocken konntet (wie Nintendo) oder Merchstände, aber vielleicht bin ich auch nur in den falschen Ecken in den Hallen gewesen. Ich war zwar in jeder Halle, aber ich glaube nicht, dass ich mir jeden Stand genau angeschaut habe.

Insgesamt hat sich also gar nicht so viel getan im Vergleich zu den Vorjahren, wo ja plötzlich neue Hallen und ganz neue Bereiche dazugekommen sind. Ob das gut oder schlecht ist, dazu jetzt im zweiten Teil.

Eindrücke

Ich besuche mit meinem Partner die Dokomi jetzt schon seit einige Jahren. Zwar nicht jedes Jahr, aber oft genug um die Veränderungen in der Messe mitzuerleben. Dabei hat sich auch dieses Jahr mein Eindruck von der Messe wieder etwas gewandelt. Vor ein paar Jahren hatte ich noch das Gefühl, sehr viele Gleichgesinnte zu treffen. Insbesondere Cosplayer, Nerds, Japanfans und Co.

Und ich möchte nicht den Eindruck erwecken als würde man diese Leute dort nicht mehr treffen, sondern es sind nun einfach mehr Leute da. Natürlich gibt es immer noch viele Cosplayer und viele Gleichgesinnte, aber ich habe auch das Gefühl, dass der Anteil an anderen Menschen zugenommen hat. Bei einem Anstieg der Besucherzahlen von 400% gegenüber Vor-Pandemie (2019) ist das aber vermutlich auch kein wunder.

Livestage der Dokomi 2026
Livestage der Dokomi 2026

Dabei stellt sich die Dokomi immer weiter international auf. Ich habe viele Besucher französisch sprechen hören und auch Aussteller, Händler und Künstler kommen mittlerweile aus ganz Europa. Italien, Frankreich, Niederlande, Spanien, …. Das finde ich erst mal sehr schön, dass es so ein internationaler Treffpunkt geworden ist. Gleichzeitig hat die Dokomi auch versucht weitere Bereiche aufzubauen: Gaming, (große) Aussteller, Influencer.
Und ich denke genau diese Mischung aus Wachstum, Neuausrichtung und Veränderung ist das, was die Dokomi in manchen Momenten mehr wie eine Gamescom wirken lässt, als eine feelgood-Cosplay-Convention.

Um ehrlich zu sein bin ich mir auch gar nicht ganz sicher wie ich das beschreiben soll.
Es ist eben mehr ein Eindruck oder ein Gefühl als ein faktenbasierter Aufsatz.

Zum einen ist es eben wie oben schon beschrieben die steigende Anzahl an Besuchern. Es kommen immer mehr Leute: Selbst im Vergleich zum letzten Jahr hatten wir einen Anstieg von 15.000 und da war es teilweise schon richtig voll.

Zum anderen der Eindruck den man als Besucher von der Convention bekommt. Ich habe eine Besucherin sagen hören: „Verrückt, dass man so viel Geld für ein Ticket ausgibt nur um Einkaufen gehen zu können.“ Es war glaub eine Mutter die mit ihren Kindern da war. Mittlerweile gehen glaube ich auch viele nur zum Shoppen auf die Dokomi und das teilweise nur für einen Tag. Zumindest haben wir öfter Leute getroffen, die nur einen Tag da waren, weil entweder die Tickets zu schnell ausverkauft waren oder eben nur ganz bestimmte Sachen auf der Dokomi machen wollten. Wenn dann auch noch Leute dazu kommen, die z.B. nur wegen eines Meet&Greets vorbei kommen um ein Bild mit ihrem Lieblingsinfluencer zu machen, dann hat sich die Art der Besucher einfach geändert. Und auch hier will ich wieder anfügen: ich finde das nicht schlimm. Wenn es der Person Freude bereitet sich 2 Stunden in eine Schlange zu stellen um mit einer Person ein Foto zu bekommen, dann ist das für mich in Ordnung… aber es ist einfach nicht mehr das, was die Menschen vor ein paar Jahren zur Dokomi gebracht hat.

Händlerhalle der Dokomi 2026
Händlerhalle der Dokomi 2026

Dazu kommen dann noch Eindrücke die ich persönlich irgendwie seltsam finde:

So gab es im Dezember 2025 ein Instagram-Post der Dokomi (https://www.instagram.com/p/DSfppUqgh2a/) darüber, dass sie aufgrund der Größe nicht mehr auf ehrenamtliche Helfer zurückgreifen können, sondern Helfer sich nun bewerbe müssen und entsprechend bezahlet werden?! In den Kommentaren zu dem Post findet ihr dazu eine rege Diskussion.

Außerdem war z.B. MontanaBlack auf der Dokomi. Jemand den ich jetzt nicht unbedingt mit einer offenen, queerfreundlichen Bubble verbinde. Dieser ist wohl (soweit meine Informationen stimmen) spontan vorbeigekommen und hat prompt ein Creator-Ticket in die Hand gedrückt bekommen, wo sich andere Menschen (wie auch ich) sehr lange Zeit im Voraus darauf bewerben müssen.
Solche Eindrücke stärken natürlich mein Bild, wie sich die Dokomi verändert und das nicht immer zu positiven.

Dennoch macht mir die Dokomi Spaß.

Mit meinem Mann zusammen haben wir alle Hallen gesehen, haben Programmpunkte besucht und Freunde getroffen… also das was ja eigentlich am Wichtigsten ist.

Irgendwie habe ich trotzdem die Befürchtung, dass die nächste Dokomi nicht mehr die Dokomi ist, welche ich besuchen möchte… Die Community steht nicht mehr ganz so sehr im Fokus, sondern andere Values wie Reichweite und Bekanntheit.

Wird die Dokomi also zur Gamescom 2.0?


Nein… die Befürchtung teile ich aktuell nicht. Aber ich bin bei der Entwicklung auch nicht mehr so positiv gestimmt, wie ich es nach Corona war.
Viele der Änderungen haben Verbesserungen gebracht (Einlass, 18+Halle, Orga), aber einige Veränderungen und insbesondere das Wachstum der Dokomi machen mir auch Sorgen, ob die Dokomi im nächsten Jahr eine entspannte Cosplay-Con wird oder doch ein überteuerter Kurz-„Urlaub“ mit Besuchermassen.

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Evelyn

Ich bin SEO Managerin und Grafikdesignerin. Zudem liebe ich Gaming, Anime und Schokolade. Wenn ich nicht gerade zeichne, Videospiele spiele oder mich um meine zahlreichen Pflanzen kümmere, crafte ich an Cosplays oder schreibe Blogbeiträge rund um das Thema Cosplay und die Community.