Du hast Bock auf Cosplay, weißt aber nicht, welchen Charakter du zuerst umsetzen sollst? Willkommen im wahrscheinlich häufigsten Startproblem von Cosplay für Anfänger. Keine Sorge: Das ist nicht nur normal, sondern sogar ein guter Ort, um anzufangen – denn die Charakterwahl entscheidet oft darüber, wie viel Spaß du beim Basteln, Nähen oder Kaufen später hast. Lass uns direkt reinspringen, ohne Umwege, ohne Bla-Bla.
Übersicht
Warum die Charakterwahl viel wichtiger ist, als du denkst
Klar, Cosplay heißt „Kostüm + Play“. Aber bevor du irgendetwas bauen oder shoppen kannst, brauchst du eine Antwort auf die wichtigste Frage: Wen willst du darstellen – und warum?
Gerade wenn du neu bist, hängt deine Motivation enorm vom Charakter ab. Ein gut gewählter Charakter…
passt zu deinem aktuellen Skill-Level
gibt dir ein Gefühl von „Ja, das bin ich!“
motiviert dich durchzuziehen
macht dir später das Posing und Fotografieren leichter
Viele Anfänger springen direkt in extrem komplexe Rüstungen oder sagen „Ich will was richtig Eindrucksvolles“. Verständlich! Aber das führt oft in eine Sackgasse. Der Trick: Finde zuerst heraus, was du eigentlich willst, nicht, was gerade „krass“ aussieht.
Was macht einen „guten“ Charakter für Einsteiger aus?
Bevor du dich in die unendlichen Listen deiner Lieblingsanime, Games oder Filme stürzt, schau dir diese vier Punkte an. Sie sind quasi der Kompass im Dschungel der Möglichkeiten:
1. Verbindung: Fühlst du den Charakter wirklich?
Wenn du den Charakter liebst, fällt dir alles leichter:
stundenlanges Basteln
nerviges Materialchaos
wiederholtes Zuschneiden
und vor allem: Dranbleiben
Du musst kein Superfan sein, aber ein echter Funke sollte da sein. Dieser Funke ist später Gold wert, wenn das Kostüm mal zickt.
2. Wiedererkennbarkeit: Ist klar, wer du bist?
Gerade am Anfang ist es super motivierend, wenn Leute dein Cosplay erkennen. Das gibt dir:
sofortiges Feedback
neue Kontakte
kleine, aber wichtige Erfolgserlebnisse
Wiedererkennbarkeit bedeutet nicht, dass der Charakter „Mainstream“ sein muss – nur dass er ein paar klare, markante Merkmale hat.
Beispiel:
Ein weißer Hoodie ist nur ein weißer Hoodie – aber ein weißer Hoodie mit rotem Pfeilmotiv? Sofort Assassin’s Creed-Vibes.
3. Machbarkeit: Passt der Charakter zu deinen Fähigkeiten?
Einsteiger unterschätzen oft, wie viel Zeit kleine Details fressen können. Frag dich:
Muss man viel nähen?
Sind Rüstungsteile dabei?
Wie viele Materialien brauche ich?
Wirkt das eher simpel oder sehr aufwendig?
Wenn du noch nie genäht oder mit Foam (Schaumstoff für Rüstungen) gearbeitet hast, ist ein Charakter mit 12 Rüstungslayern vielleicht nicht der perfekte Einstieg.
4. Budget: Was kostet der Spaß?
Cosplay kann teuer werden – muss es aber nicht.
Überleg dir:
Kann ich etwas aus meinem Kleiderschrank nutzen?
Muss ich viel kaufen?
Gibt es günstige Alternativen?
Ein einfaches Outfit kannst du bereits mit 20–50 € umsetzen. Große Armor-Projekte starten locker bei 150 € aufwärts.
Typische Anfänger-Fehler – und wie du sie vermeidest
Fehler 1: Zu komplex starten
Viele wählen direkt extrem detaillierte Charaktere – etwa Albedo (Genshin Impact) oder hässlich komplizierte Gundam-Suits. Total möglich, aber für den Einstieg oft frustrierend. Folge: Das Cosplay bleibt halbfertig im Eck liegen.
Besser: Fang mit einem Outfit an, das ein klares Design hat, aber nicht aus 20 Schichten besteht.
Fehler 2: Jemanden wählen, weil er beliebt ist
„Alle machen den Charakter – also mach ich ihn auch.“
Ich verspreche dir: Wenn du keine Verbindung zum Charakter hast, spürst du das später. Du posierst unentspannt, du bist weniger motiviert und das Ergebnis fühlt sich oft „fremd“ an.
Besser: Finde zuerst DEINEN Charakter, dann kommt alles andere.
Fehler 3: Sich vom Körperbild einschränken lassen
Du brauchst nicht dieselbe Körperform, Hautfarbe, Größe oder Statur wie dein Charakter. Cosplay ist Darstellung, Interpretation und Spaß – keine Castingshow.
Wenn dich etwas inspiriert, GO FOR IT.
So findest du deinen perfekten Charakter – eine Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt 1: Mach eine schnelle Favoritenliste
Leg dir eine 1–2-minütige Liste an:
Welche Charaktere liebst du spontan?
Schreib einfach drauf:
Charaktere, die du cool findest
Charaktere, die du emotional berühren
Charaktere, die du optisch magst
Charaktere, deren Persönlichkeit zu dir passt
Mach dir keinen Druck – das ist nur die Rohfassung.
Schritt 2: Sortiere nach Gefühl
Markiere nun:
3 Charaktere, die du am meisten fühlst
2 Charaktere, die du sehr magst
1 Charakter, der okay wäre
So kristallisiert sich dein Bauchgefühl heraus. Und genau das ist bei Cosplay für Anfänger extrem wichtig.
Schritt 3: Checke die Machbarkeit
Für jeden der 3 Top-Charaktere frag dich:
Welche Materialien brauche ich?
Welche Fähigkeiten?
Wie anspruchsvoll ist es auf einer Skala von 1–10?
Beispiel:
„Luffy (One Piece) – Skill-Level 2/10 → super machbar.“
„D.Va Mech-Suit – Skill-Level 10/10 → vielleicht später.“
Schritt 4: Überleg dir dein Budget
Schau bei jedem Charakter:
Kann ich Teile Secondhand kaufen?
Kann ich etwas used oder als Base nutzen?
Wie teuer wären Perücke, Kontaktlinsen, Stoff oder Foam?
Pro-Tipp: Cosplay für Anfänger funktioniert wunderbar mit Upcycling. Du kannst z. B. Jacken, Hosen oder Schuhe als Grundlage nehmen und anpassen.
Schritt 5: Stell dir vor, wie es sich anfühlt, den Charakter zu spielen
Cosplay ist mehr als Klamotten – es ist Atmosphäre. Du wirst darin fotografiert, du wirst angesprochen, du wirst vielleicht kleine Posen machen.
Frag dich:
Fühlt sich der Charakter natürlich für mich an?
Kann ich mir vorstellen, in dem Outfit auf einer Con zu laufen?
Hab ich Bock auf das Posing?
Wenn du hier lächeln musst: Jackpot.
Inspiration – 10 perfekte Charakterideen für Einsteiger
Falls du gerade völlig planlos bist, hier ein paar anfängerfreundliche Cosplay-Ideen, die günstig, machbar und schnell erkennbar sind:
Anime / Manga
Hinata (Naruto) – Hoodie + Perücke = easy
Luffy (One Piece) – simpel, ikonisch
Kiki (Kikis kleiner Lieferservice) – Kleid + Schleife, sehr zugänglich
Games
Link (Breath of the Wild, Basic Outfit) – gut skalierbar
Aerith (FFVII) – ikonisch, angenähbar
Frisk (Undertale) – super einfach & sehr cute
Comics / Filme
Spider-Gwen – morphsuit + kleine Anpassungen
Kim Possible – casual, günstig
Wednesday Addams – minimalistisch, aber sofort erkennbar
Serien
Aang/Korra (Avatar) – simpel, aber auffällig
Eleven (Stranger Things) – alltagstauglich, aber ikonisch
Diese Liste ersetzt natürlich nicht deine persönlichen Favoriten – aber sie gibt dir ein Gefühl dafür, was für Einsteiger erfahrungsgemäß gut funktioniert.
Was, wenn du zwischen zwei Charakteren festhängst?
Die Lösung ist oft überraschend einfach:
Starte mit dem Charakter, der schneller und günstiger umzusetzen ist.
Warum?
Du bekommst schneller Erfolgserlebnisse
Du lernst wichtige Basics
Du bekommst ein Gefühl für Materialien
Du spürst, was dir am meisten liegt (Nähen? Rüstung? Propbau?)
Und danach kannst du den zweiten Charakter mit viel mehr Know-how angehen.
Kleine Geschichten aus der Praxis – warum Charakterwahl unterschätzt wird
Viele Cosplayer erzählen dir, dass ihr erster Character nicht perfekt war – aber wichtig. Zum Beispiel:
Eine Freundin startete mit Asuna (SAO). Sie liebte den Charakter, aber das Outfit war viel zu komplex. Sie saß wochenlang dran und verlor irgendwann die Freude. Ihr zweites Cosplay, Kiki, war super einfach – und wurde unglaublich gut angenommen.
Ein Bekannter wählte Deadpool, ohne Deadpool wirklich zu mögen. Auf der Con merkte man, dass er sich unwohl fühlte. Beim nächsten Mal wurde es Rengoku – und plötzlich strahlte er.
Die Moral: Der Charakter prägt dein Erlebnis mehr als die Perfektion des Kostüms.
Deine Persönlichkeit spielt eine Rolle – aber nicht so, wie du denkst
Ob du extrovertiert oder introvertiert bist, spielt für die Charakterwahl eine Rolle – aber nicht so streng, wie viele glauben.
Wenn du introvertiert bist:
Wähl einen Charakter, der ruhiger ist oder keine super expressive Mimik braucht. Beispiel: Violet Evergarden.
Wenn du extrovertiert bist:
Vielleicht reizt dich ein lauter Charakter wie Bakugo oder Harley Quinn.
Aber Achtung: Du musst nicht zur Persönlichkeit des Charakters passen. Es kann sogar mega Spaß machen, mal das Gegenteil von dir selbst zu cosplayen.
Wann ist man „bereit“ für einen komplexeren Charakter?
Ganz einfach:
Wenn du dein erstes Cosplay fertiggestellt hast
Wenn du eine Grundidee von Materialien hast
Wenn dich komplexere Sachen nicht mehr einschüchtern
Wenn du genug Motivation und Budget dafür hast
Der beste Moment für dein „Traum-Cosplay“ kommt automatisch, wenn du ein paar Grundlagen draufhast.
Schlusswort – und dein nächster Schritt
Die perfekte Charakterwahl ist kein Test und keine mathematische Formel. Sie ist ein Weg, bei dem du dich, deine Vorlieben und deinen Stil besser kennenlernst. Besonders für Cosplay für Anfänger gilt:
Wähle mit Herz
Plane mit gesundem Realismus
Trau dich, Fehler zu machen
Und vor allem: Hab Spaß
Dein erster Charakter ist nicht nur ein Outfit. Er ist eine kleine Version von dir selbst, die du für einen Moment in die Welt bringst.
Die richtige Charakterwahl im Cosplay ist ein bisschen wie Dating: Du suchst nicht den oder die Schönste, sondern den Charakter, bei dem du dich einfach wohlfühlst. Einen, der dich inspiriert, der dich motiviert und bei dem du jedes Detail mit Freude umsetzt.
Wenn du in deinem Kostüm stehst, dich in Pose wirfst und denkst „Das fühlt sich richtig an!“ – dann hast du alles richtig gemacht. Egal ob mit Schwert, Zauberstab oder gigantischer Rüsche: Es geht nicht darum, jemand anderes zu sein, sondern dich selbst in dieser Figur zu finden.
Also: Such, probier, verwerf, wiederhol – bis dein Herz sagt: Ja, das ist mein Charakter.
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