Dokomi 2020 – Eine Convention während Corona?

Dokomi 2020 – Eine Convention während Corona?

Dokomi - Eine Convention

Eine Convention trotz Covid-19? Geht das überhaupt?

Eigentlich findet die Dokomi üblicherweise im Mai statt und darauf haben mein Mann und ich uns auch eingestellt.

Das Hotel war gebucht und die  Tickets waren bereits gekauft. Doch dann kam Corona (aka die Feuernation) und alles änderte sich.

Die Convention wurde deshalb auf den 12. und 13. September verschoben. Wir haben sehr lange und ausführlich darüber diskutiert, ob es richtig ist eine Convention während Corona zu besuchen.

Und auch andere Conventiongänger stellten sich die selbe Frage: „Ist es verantwortungslos in einer Pandemie eine Convention mit rund 15.000 Gästen zu besuchen?“

Daraufhin kam der Hashtag #Dontkomi in den Sozialen Medien auf. Darauf werde ich jedoch aber nicht weiter eingehen, das Thema soll nicht Bestandteil dieses Blogs sein. Es ist schlussendlich jedem selbst überlassen, ob er eine Convention besuchen möchte oder nicht.

Wir hatten uns dazu entschlossen hin zu gehen. Wir waren der Meinung: Wenn das Gesundheitsamt und die Veranstalter der Überzeugung sind, dass die Convention stattfinden kann, dann wird es wohl auch sicher für den Besucher sein, solange sich alle an die Auflagen halten.

Nach kurzer Zeit wurde der Termin für die Dokomi jedoch nochmals verschoben. Die Hotels waren Stornierungen ja schon gewöhnt. Also – schnell stornieren und etwas neues buchen. Neuer und finaler Termin war der 26. und 27. September 2020.

EINLASS SAMSTAG

Unser Samstag fing ganz ruhig an. Wir dachten, dass wir erst um kurz nach 10 Uhr los gehen um die erste „Welle“ von Besuchern zu umgehen. Aber da haben wir uns definitiv geirrt!

Samstags um 10:40 standen wir am Ende der Schlange. Um 13:20 durften wir die Messe betreten. Somit standen wir insgesamt ca. 2 Stunden und 40 Minuten in der Schlange. Währenddessen hat es immer wieder mal leichter und mal stärker geregnet. Der Wind hat das Anstehen noch unangenehmer gemacht, da die feuchten Klamotten natürlich nicht spontan getrocknet sind. Gerade für Cosplayer war das vermutlich ziemlich unangenehm.  Es hatte laut Thermometer 11 °C. Mich würde nicht wundern wenn sich der ein oder andere erkältet hat, denn nicht jeder hatte einen Schirm dabei oder eine dicke Jacke. 

Was genau der Grund für die lange Warteschlange war? Darüber kann ich nur spekulieren, aber ich gehe davon aus, dass die Veranstalter nicht mit einem so großen Andrang zur selben Zeit gerechnet hatten und einfach zu wenig Helfer zur Verfügung standen.

EINLASS SONNTAG

Sonntags waren wir pünktlich um 10 Uhr am Messegelände und siehe da: Keine Schlange. Man hat insgesamt sehr viel mehr Security draußen gesehen, die für einen Reibungslosen ablauf gesorgt haben. Aus den am Samstag (nach meiner Erinnerung) 4 Fiebermessstationen wurden am Sonntag 6 und aus 6 Taschenkontrollen wurden 8.
Die Orga hat wohl aus Samstag gelernt und direkt Verbesserungen vorgenommen. Das hat meine Laune direkt um 100% angehoben. Noch einmal 2 Stunden in einer Warteschlange hätte meine Laune nicht überlebt.

IN DEN HALLEN

Halle 1:

Dort befand sich die Garderobe, der Waffencheck und die kommerziellen Aussteller. Ich war echt erstaunt, dass die Garderobe kostenlos war – find ich aber (gerade als Cosplayer) einfach super!

Halle 3:

In Halle 3 – die deutlich größer war als Halle 1 – waren die Künstler, Fanstände sowie die Retro-Arcade, ein paar der vorgestellten aufgestylten Autos, der +18 Bereich und eine seperate Sitzecke.

Halle 4:

Dort gab es Gaming und Community Content. Das beinhaltete auch den K-Pop Bereich, Spiele wie Smash Bros, einen Cosplay und einen Twitch Bereich. Außerdem waren dort ebenfalls ein paar Autos und ein Sitzbereich aufgestellt.

Halle 5:

Hier war die Black Stage! Sie hatte einen eigenen Veranstaltungsplan.

Die Stühle waren im entsprechenden Abstand aufgestellt und durften nicht verschoben werden – auch nicht bei Personen aus einem Haushalt! Zudem war das laute Zurufen oder Jubeln komplett untersagt. Aber dafür war das Klatschen und Füße stampfen umso lauter!

Ehrlicherweise muss ich gestehen – die Moderatoren der Black Stage waren für mich nicht überzeugend. Vielleicht wäre jeder für sich ein guter Host gewesen – aber im Zusammenspiel war das einfach grauenvoll. Ich weiß nicht wie es andere Besucher empfunden haben und meine Meinung ist subjektiv, aber dennoch: ein weiteres Mal würde ich mir das nicht mehr antun wollen.

Der Außenbereich:

Im Außenbereich waren die Food Stände, von Vegetarischen Burger über Bratwurt bis hin zu Crepes konnte man hier alles bekommen.

Finde ich als (schon über 10 Jahre) Vegetarier super, denn normalerweise bin ich es von Fast-Food-Ständen gewohnt gerade mal eine Portion Pommes zu bekommen und eine Cola. Aber hier war das Angebot deutlich größer und umfangreicher sowie Vegan und Vegetarisch ausgelegt.

Und dennoch war auch für die Fleischesser einiges geboten, es ging also keiner leer aus – hier einfach nochmal ein großes Lob!

Auch im Außenbereich war das Tragen der Maske Pflicht! Durch Markierungen wurde auch sichergestellt, dass auch hier Abstände eingehalten wurden.

Wer etwas essen wollte, hatte die Möglichkeit im Innenbereich in den extra dafür eingerichteten Bereichen einen Platz zu finden, oder sich Außen einen Platz zu suchen – sofern der Abstand eingehalten wurde, was auf dem weitläufigen Gelände absolut kein Problem war.

Live Stage/Martinee/Bring and Buy/etc:

Im CCD Süd gab es die Live Stage das Matinee (der Ballsaal mit Stage) den AMV bereich, Bring and Buy und Pen&Paper. Zudem waren über den Übergängen die Workshopräume zu erreichen. Eine Umkleide wurde auch eingerichtet – finde ich als Cosplayer auch ebenfalls super praktisch! Auch gerade für Cosplay-Contest Teilnehmer einfach ein Muss.

PROGRAMM

Auf der Dokomi war im Programm einiges geboten. Musik, Shows, Pen&Paper, E-Sports, etc.. Im folgenden habe ich euch zu ein paar der Programmpunkte etwas geschrieben.

Charakterversteigerung

Menschenhandel leicht gemacht. (Kappa) Auf der Charakterversteigerung kann man Menschen für 2 Stunden erwerben. Das sollte aber nicht falsch verstanden werden. Es sind eher 2 Stunden der Zeit auf der Convention mit der Person, die man ersteigert hat.

Die Idee fand ich sehr interessant, selbst mitmachen wollte ich aber nicht. Die Einnahmen gingen die letzten Jahre an Humanitäre Hilfsorganisationen oder Tierhilfen. Dieses Jahr hingegen gingen die Einnahmen der Versteigerung an die Dokomi selbst um die Kosten einigermaßen decken zu können, damit diese auch in den nächsten Jahren wieder stattfinden kann.

Auch wenn ich die dahinter gut finde, war die Realität der Versteigerung jedoch sehr ernüchternd. Für manche der 8 versteigerten Personen wurde nur sehr spärlich geboten und ich glaube für das Selbstbewusstsein ist es nicht gerade förderlich wenn man für 15€ „verkauft“ wird. Vor allem weil ich es grundsätzlich nicht gut finde, nach dem Aussehen bewertet zu werden – und zum Höhepunkt auch noch versteigert zu werden. Denn so wie es schien, wurde auf die „interessant“ wirkensten Personen mehr geboten, als auf andere. Den höchsten Erlös hat die Maid mit 500€ erzielt. Ein wirklich stolzer Preis.


Allerdings gab es keine richtigen Bieterduelle, da reinschreien dank Corona nicht erlaubt war. Man musste für ein Gebot aufstehen und auf den Helfer warten, der mit einem Mikrofon das Gebot entgegen genommen hatte. Ich könnte mir vorstellen, dass die Versteigerung außerhalb von Corona etwas spannender ist, wenn man spontaner Angebote reinschreien konnte.

Cosplay Contest

Zum Cosplay Contest gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Es gab Einzelkandidaten und Gruppen. Die Cosplays sahen sehr gut aus! Natürlich ist nicht immer alles 100% rund gelaufen, aber als Zuschauer war ich durchaus sehr gut unterhalten und hatte eine gute Zeit.

Bewertet wurden die Kostüme von Profis aus der Scene – einmal die Präsentation bzw. Darstellung selbst und einmal das Handwerk beim Anfertigen des Cosplays. Besonders gut hat mir der Auftritt der „Ashleys“ (aus Disneys Große Pause) gefallen, da die Umsetzung simple und einfach war und die Charaktere einfach fantastisch umgesetzt und dargestellt wurden.

Dance Off Contest

6 Teilnehmer(-Gruppen) haben im DanceOff Contest gezeigt was sie so drauf haben. Das war unser erster Tagespunkt am Samstag nach dem Einlass. Wir waren froh nach über 2 1/2 Stunden anstehen uns an die Bühne setzen zu können und einfach nur entspannt zuzusehen. Der Contest war Unterhaltsam und nicht zu langwierig. Nur waren auch hier wieder die selben Moderatoren am Start, die ich selbst als ziemlich anstrengend empfunden habe.

Musikacts

Ich glaube jeder der irgendwie Japan und die Musik von dort mag, findet auf der Dokomi das passende zum anhören. Ich habe Lex live gehört und auch in ein paar der anderen liveacts reingehört. Ich freue mich, dass die Dokomi den Künstlern eine Bühne bietet und empfand es als sehr Abwechslungsreich zum restlichen Programm.

Shows

Zu den Shows die stattgefunden haben, kann ich nichts sagen. Ich bin kein Fan von Aufführungen, die sowieso auf Twitch gestreamt werden. Zudem verbringe ich meine Zeit auf der Con dann doch lieber mit dem Schlendern durch Künstlerständen oder anderen Aktivitäten.

Künstler

Künstler: Für mich persönlich sind die ganzen Zeichner und Künstler immer ein riesen Highlight und ich liebe es durch die Künstlermeile zu laufen und mir all die tollen Werke anzuschauen. Am liebsten würde ich mir von allen ein Bild an die Wand hängen, leider ist dafür in unserer Wohnung kein Platz mehr – die Wände sind schon mit Kunst voll behangen! (zum Teil von mir, zum Teil eben aber auch von anderen Künstlern). Dennoch konnte ich nicht anders und habe doch noch einige Artworks erworben!

Cosplayer

Akiko Cosplay
Shaiger Cosplay (Insta: shaiger_chan)
IG: smallchopsuey
Habe wohl leider die Visitenkarte der Cosplayerin verschludert. 🙁

Als ich auf dem Youtube Kanal der Dokomi unterwegs war, habe ich diesen Zusammenschnitt gefunden – und finde es einfach super! Für mich ist das einfach ein weiterer Beweis wie wundervoll die Community sein kann, wie sie zeigen kann, dass man trotz Covid-19 zusammen Spaß und Leidenschaft teilen kann!

Die Preise für den Eintritt sind sehr fair. Trotz Corona gab es keine Preiserhöhung. Zudem war ich beeindruckt, wie gut das Hygienekonzept funktioniert hat. Natürlich gab es bestimmt die einen oder anderen, die an bestimmte Regeln erinnert werden mussten – habe aber selbst niemanden erlebt. Meiner Meinung nach haben die Besucher die Regeln besser befolgt, als die Leute im Bus, die ich tagtäglich sehe.

Alles in allem war es für mich eine super gelungene und sichere Convention. Gerade nach der langen Convention-Abstinenz tat das unglaublich gut.

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EvelynCosplay

Junge deutsche Cosplayerin aus dem schönen Süddeutschland. Betreibt Cosplay seit ca. 2015 und dein Cosplay Blog sowie Gaming Blog seit 2019.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Sebastian

    Vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht. Schön das du dir so viel Arbeit machst . Danke

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