Cosplay Basics – EVA Foam Basics und woher man es bekommt

Cosplay Basics – EVA Foam Basics und woher man es bekommt

Heute möchte ich euch eine kurze Einführung in das Material EVA Foam geben.

Was ist das eigentlich, wo kann ich es kaufen und wie verarbeitet man es?

Der Artikel ist dabei besonders auf Anfänger zugeschnitten, die bisher noch keine wirkliche Berührungspunkte mit dem Material hatten. Ich persönlich fand den Anfang mit dem Material etwas schwer, weil alle Tutorials auf Englisch waren und ich nicht verstanden habe, was die passenden deutschen Produkte sind.

EVA Foam ist mittlerweile das wohl am häufigsten verwendete Cosplay-Material. Man kennt EVA Foam in Deutschland zum Beispiel als Moosgummi. Der Schaumstoff eignet sich besonders gut zum Bau von Cosplay-Teilen, weil er extrem leicht ist. Der Foam ist flexibel und kann durch erwärmen verformt werden. Durch Kleber kann er mit vielen anderen Materialien verbunden werden. Moosgummi ist meist zwischen 1 und 2 mm dünn und damit nur eingeschränkt für Cosplaynutzbar (z.B. Verzierungen). Besser geeignet ist hingegen EVA Foam. Diesen gibt es in verschiedenen Härten (bzw. Dichte) und auch in verschiedenen Dicken (meist von 2 bis 10mm).

EVA Foam wird kaum oder gar nicht im Einzelhandel angeboten. Du findest ihn daher nur online. In den letzten Jahren hat sich nicht nur die Cosplay-Community vergrößert sondern auch die Anzahl an Online-Shops die davon profitieren wollen. Oftmals verkaufen diese jedoch nur Cosplays und keine Materialien. Ich kaufe meinen EVA Foam meist bei cosplayshop.be und habe damit gute Erfahrungen gemacht. Auch bei Craftperium.eu habe ich bereits bestellt und gute Erfahrungen gemacht.

 

Hier ist Foam erhältlich:

Ihr könnt für den Anfang auch sogenannte Puzzlematten von Amazon* verwenden. Diese sind auf die Fläche gerechnet deutlich günstiger.

Ich nutze diese oftmals als Ergänzung zu dem EVA-Foam der oben genannten Shops. Die Puzzlematten haben aber immer eine Seite mit Textur, was für manche Cosplayarbeiten störend ist.

Wenn ihr aber einfach nur mal ein bisschen rumprobieren wollt, dann könnt ihr hier bedenkenlos zugreifen.

Bearbeitung von EVA Foam Kurzübersicht:

Meistens wird EVA Foam wie folgt bearbeitet:

  1. Als erstes zeichnet ihr z.B. eine Form auf den EVA-Foam
  2. Mit einem Cuttermesser/Teppichmesser oder Skalpell wird der Foam einfach an den aufgezeichneten Linien geschnitten.
  3. Durch Hitzeeinwirkung mit einem Heißluftföhn kann er einfach gebogen werden, um z.B. Rüstungsteile an den Körper anzupassen. Des Weiteren werden durch die Hitzeeinwirkung kleinere Poren im Foam geschlossen.
  4. Durch einen Dremel/Handschleifgerät können unsaubere Schnitte beschönigt werden und Kanten geglättet werden.
  5. Durch einen Dremel oder einen Lötkolben können Muster und Verzierungen in den Foam eingearbeitet werden
  6. Mit Kontakt-/Kraftkleber (engl. Contact Cement) werden einzelne Foamteile miteinander verklebt. Manchmal wird dafür auch Heiß- oder Sekundenkleber genutzt.
  7. Danach wird der Foam versigelt/geprimed/grundiert. Dazu benutzt man z.B. Mod Podge (Serviettenkleber), Holzleim oder PlastiDip/GummiDip.
  8. Am Schluss wird das fertige Teil bemalt. Auf den Grundierungen halten eigentlich alle Farben. Meistens wird Acrylfarbe genutzt. Man kann große Teile auch mit Sprühfarben „bemalen“. Für den Maler-Profi bietet sich auch eine Airbrush an.
  9. Man kann das fertige Teil auch noch mit einem Klarlack versiegeln. So bleibt die Farbe länger erhalten und Kostüm übersteht das Getümmel auf einer Convention deutlich besser

Benötigte Materialien:

Diese Materialien solltest du auf jeden Fall besitzen um mit Foam zu arbeiten:

Cuttermesser und Ersatzklingen *
Schneidematte *
Passender Stift *
Heißluftföhn *
Wahlweise Heiß- oder Kontaktkleber *

Damit hast du alles was du brauchst um mit dem EVA Foam zu arbeiten. Wenn du aber wirklich schöne Kanten haben möchtest empfehle ich dir auf jeden Fall noch einen Handschleifer. Mit Glück haben deine Eltern vielleicht ja einen älteren im Keller liegen. Ich benutze einen von Proxxon*, aber die Produkte von Dremel sind auch gut. Ich empfehle dir diese Anschaffung aber nur zu tätigen, wenn du dir sicher bist, das Hobby auch eine Weile auszuüben. Denn für ein einmaliges Projekt sind die Produkte einfach in einer zu hohen Preiskategorie.

Die Grundierung:

Zur Grundierung von Foam habe ich auch einen seperaten Beitrag geschrieben. Ihr findet ihn hier:

Bearbeitung von EVA Foam ausführlich:

Wenn du eine Vorlage aus dem Internet nutzt, musst du auf die Größe Achten. Vergiss nicht beim Drucken die Seiteneinstellungen anzupassen und die Größe auf 100% zu stellen. Außerdem solltest du darauf achten, dass die Größe auch zu dir passt. Zur Skalierung eines Bildes braucht ihr kein teures Programm, sondern könnt das auch einfach über die Skalierung von „Paint“ machen. Dabei muss man oft etwas rumprobieren und manchmal auch zwei mal drucken.
Hast du die passende Größe ausgedruckt, dann musst du diese auf den Foam legen. Fixiere die Vorlage mit Stecknadeln, damit sie beim abzeichnen nicht verrutschen kann. Ich nutze zum Aufzeichnen ein Filzstift oder Edding, damit ich die Striche beim ausschneiden auch richtig sehe.

Das schneiden von Foam selbst ist zwar nicht so schwer, dabei aber auch eine schöne Schnittkante zu bekommen schon eher. Um so dünner der Foam ist, um so leichter lässt er sich auch schneiden und um so leichter bekommt man meist auch eine schöne Kante.
Es ist wichtig die Klinge immer Senkrecht zu halten und mit gleichmäßigem Druck durch den Foam zu schneiden. Außerdem musst du darauf achten, dass deine Klinge scharf ist. Es kann sonst passieren dass die Klinge nicht schneidet, sondern den Foam leicht aufreißt und so fransige Kanten entstehen. Du kannst Foam auch mit der Schere schneiden. Dies empfehle ich aber nur bei Dicken unter 5mm. Die Schere neigt dazu, beim Schneiden die Kanten leicht einzudrücken und dadurch leich zu runden. Du hast also keine senkrechten Kanten. Gerade beim Kleben kann das problematisch sein. Moosgummi oder Verzierungen schneide ich aber immer mit der Schere. Da ist es meist auch unerheblich ob eine Senkrechte Kante entsteht. In allen weiteren Problemfällen hilft ein Handschleifer.

Am besten klebt sich EVA Foam mit Kraft-/Kontaktkleber. Beim Verkleben der Teile muss man den Kleber sehr dünn auf die beiden zu klebenden Stellen auftragen. Der Kleber muss dann ca. 5 Minuten antrocknen.

Mit antrocknen ist hier aber wirklich trocken gemeint. Wenn ihr mit eurem Finger leicht drauf drückt, sollte der Kleber nicht an eurem Finger haften. Die Teile werden dann einfach mit Kraft zusammengepresst. Der Kleber hält danach meist Bombenfest. Zumindest könnt ihr euch sicher sein, dass die Teile nicht mehr auseinenderfallen.

Alternative kann man auch Heißkleber benutzen. Allerdings ist es schwieriger damit sauber zu arbeiten. Daher rate ich davon eher ab. Auch Sekundenkleber funktioniert ganz gut. Diesen nutze ich zum Beispiel um Verzierungen aus Moosgummi aufzukleben.

EVA Foam (vor allem der ProFoam) ist sehr meist sehr feinporig und kann theoretisch auch ohne Grundierung bemalt werden. Die Farbe hält mit Grundierung aber deutlich besser.

Wenn ihr die Grundierung mit Pinsel auftragen möchtet, dann nutzt dazu z.B. Holzleim oder Mod Podge. Holzleim wird dabei meist noch mit etwas Wasser gemischt. Danach heißt es aber einfach los pinseln. Manchmal reicht nur eine Schicht, manchmal benötigt man fünf.

Ich arbeite meistens mit zwei bis drei Schichten um sicher zu gehen, dass ich alle Ecken und Kanten erwischt hab. Eine etwas einfachere aber teurere Version ist das besprühen des EVA-Foam. Dabei nutzt man z.B. PlastiDip oder GummiDip. Ihr sprüht so gesehen Gummi auf den Foam und habt so einen Flexiblen und gut bemalbaren Untergrund. 

Eine kleine Übersicht, mit was ihr grundieren könnt, wo die Materialien preislich liegen und wie viele Schichten ihr benötigt, seht ihr hier:

Wie soll ich Anfangen?

Ich erzähle dazu einfach kurz wie ich begonnen habe mit Foam zu arbeiten:

Ich war noch relativ neu im Bereich Cosplay und wusste noch so gut wie nichts über die Herstellung eines eigenen Cosplays. Bisher hatte ich fast immer nur einfache Kostüme in Online-Shops gekauft und Waffen oder anderes bei Amazon bestellt. Bei einem Projekt war dies jedoch nicht mehr Möglich. Ich suchte also nach Tutorials und Anleitungen. Auf YouTube bin ich z.B. bei EvilTed oder KamuiCosplay gelandet. Gerade EvilTed hat gute Foam Tutorials, die ich dir guten Gewissens ans Herz legen kann.

Daraufhin kaufte ich Puzzle-Matten, einen Heißluftföhn und Kontaktkleber über Amazon. Ich habe versucht einen Helm von EvilTed nachzubauen… und es hat tatsächlich geklappt. Er war mir zwar zu klein, hatte unschöne Klebestellen und ich habe ihn kurz darauf entsorgt – aber dennoch war ich ziemlich stolz auf mein erstes Projekt.

Damit war meine Leidenschaft  geweckt! Ich habe mir Ersatzklingen gekauft, einen Dremel und eine größere Schneidematte (Empfehlung: Kauft gleich mindestens eine Größe von A3!). Daraufhin habe ich auch angefangen den Foam von den Cosplayshops zu kaufen, da deren Qualität einfach besser ist.

Was will ich dir also mitgeben? Manchmal muss man einfach mit einem Projekt anfangen. Nicht jedes Projekt muss gleich auf Anhieb gelingen – denn wir lernen alle voneinander und entwickeln unsere Fähigkeiten weiter!

Fazit:

EVA Foam ist ein tolles Material mit vielen Vorzügen!

Insbesondere für Rüstungen oder Rüstungsteile ist das Material gut geeignet. Die Bearbeitung ist eigentlich ganz leicht und dennoch benötigt man einiges an Übung um so gut zu werden wie seine Cosplay-Vorbilder.

Aber es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Ich hoffe der Beitrag enthält alles was du zum Start mit dem Material EVA-Foam brauchst! Wenn du Fragen oder Ergänzungen hast, dann schreib mir diese einfach!

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EvelynCosplay

Junge deutsche Cosplayerin aus dem schönen Süddeutschland. Betreibt Cosplay seit ca. 2015 und dein Cosplay Blog sowie Gaming Blog seit 2019.

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